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Zinskommentar vom 11.06.2010
EZB lässt Leitzins unverändert
von Robert Haselsteiner (Gründer und Vorstand der Interhyp AG)
In der gestrigen Sitzung des Zentralbankrates hat EZB-Präsident Trichet den Leitzins von 1,0% für angemessen erklärt und damit Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins noch einmal senken könnte, vorerst den Boden entzogen. Da gleichzeitig aus China hohe Zuwächse im Export gemeldet wurden, die auf steigende Nachfrage in den USA und in Europa hindeuten, haben im Wochenverlauf wieder die Konjunkturoptimisten die Oberhand gewonnen und ein leichter Zinsanstieg war die Folge. Der Bund-Future hat sich bei rund 128,50 Punkten eingependelt, nachdem er am Wochenanfang sogar die Marke von 130 Punkten überschritten hatte. Allgemein beschäftigt die Marktteilnehmer weiterhin die Frage der Staatsverschuldung. Besonderes Augenmerk gilt dabei Spanien. Für viele Beobachter wird sich an Spanien die weitere Entwicklung des Euros und der Währungsunion entscheiden. Während Griechenland und Portugal noch klein genug sind, um eventuell auch längerfristig von Kerneuropa mitfinanziert werden zu können und so die Einheit nicht zu gefährden, erscheint das bei Spanien nur schwer möglich.
Spanien befindet sich seit mehr als zwei Jahren in Rezession, hat mit 20% die höchste Arbeitslosigkeit und leidet unter einer geplatzten Immobilienblase, die auch viele Spanier privat auf einem Schuldenberg sitzen lässt. Die dringend notwendigen Reformen am Arbeitsmarkt finden derzeit keine politische Mehrheit und machen das Krisenmanagement für Regierungschef Zapatero immer schwieriger. Auch die mittelfristige Gesundheit des spanischen Bankensektors wirft große Fragezeichen auf und hat bereits zu Spannungen im Interbanken-Markt geführt.
Sollten die Strukturreformen nicht schnell zu Erfolgen führen, so wird die Staatsverschuldung in Spanien rasch wachsen und zu einem weiteren Test der neu gebildeten Transfergemeinschaft Euroraum werden. Damit könnte auch die EZB sehr schnell gezwungen sein, Spanien mit Aufkäufen von Staatsanleihen zu Hilfe zu kommen und damit die Geldmenge weiter aufzublähen. Fest steht, dass deutsche Bundesanleihen weiterhin als sicherer Hort gesehen werden und damit vorerst auch die Referenzzinsen für das Pricing von Baufinanzierungen in Deutschland günstig bleiben. Längerfristig drohen natürlich deutlich höhere Zinsen – und zwar, wenn das Gelddrucken der Notenbanken seinen Weg in die Preise findet und die Inflationserwartungen steigen.
Baugeldkunden sollten daher die Gunst der Stunde nutzen und ihre Konditionen mit längeren Laufzeiten absichern. Trotz aller kurzfristigen Schwankungen und der Verlockung auf noch tiefere Konditionen zu warten, gilt weiterhin eine Grundaussage: Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen.
Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten und sollten sich daher auf keine Spekulation einlassen. Die Zinsen sind derzeit historisch tief und implizieren ein Deflationsumfeld für die nächsten Jahre. Eine Inflationsprämie ist in den aktuellen Zinssätzen nicht mehr enthalten. Grundsätzlich empfehlen wir bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2 - 3% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind zum Beispiel auch sogenannte Volltilger-Darlehen.
Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung bereits heute eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen.
Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
Geschrieben 10:06 am 12. Juni 2010
Senkung der Cap Obergrenzen (apo Bank)
apoBank: Senkung der Cap-Obergrenzen bei über 10- und 15-jährigen Caplaufzeiten
Ab sofort ändert die apoBank die Cap-Obergrenzen ihres apoZinscapDarlehen. Mit diesem variabel verzinsten Darlehen profitiert Ihr Kunde von einer Zinschance bei fallenden Zinsen, ist aber gleichzeitig durch eine Zinsobergrenze vor Zinsanstiegen geschützt.
Die Cap-Obergrenzen des Immobilienprogramms ändern sich wie folgt:
Bei 15-jähriger Cap-Laufzeit auf 4,50 Prozent (vorher 4,80 Prozent)
Bei 10-jähriger Cap-Laufzeit auf 3,99 Prozent (vorher 4,25 Prozent)
Für 4- und 5-jährige Cap-Laufzeiten unverändert bei 3,75 Prozent
Diese Cap-Obergrenzen gelten auch für das Sonderkontigent.
Das Cap-Floor (Untergrenze) bleibt unverändert bei 3,50 Prozent bestehen. Der Einstandszins liegt für alle Cap-Programme weiterhin bei 3,50 Prozent.
Bei Fragen rund um die apoBank und zum "apoZinscapDarlehen" wenden Sie sich bitte an Ihren Bauficheck24 Finanzierungsberater.
Geschrieben 10:03 am 12. Juni 2010
Verlängerung Forward Darlehen Aktion
PSD Nürnberg: Verlängerung Forward-Aktion
Unser Finanzierungspartner PSD Nürnberg verlängert seine Forward-Aktion und senkt zusätzlich im Forward-Zeitraum von 12 und 24 Monaten die Aufschläge um bis zu 0,25 Prozentpunkte.
Damit sehen die Forward-Aufschläge ab sofort wie folgt aus:
Forwardzeitraum > 12 Monate: +0,1 Prozentpunkte (bisher 0,30%)
Forwardzeitraum > 24 Monate: +0,45 Prozentpunkte (bisher 0,70%)
Forwardzeitraum > 36 Monate: +0,8 Prozentpunkte
Forwardzeitraum > 39 Monate: +0,9 Prozentpunkte
Bei Fragen hierzu hilft Ihnen Ihr Bauficheck24 Finanzierungsberater gerne.
Geschrieben 10:01 am 12. Juni 2010
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Geschrieben 12:42 am 08. Juni 2010
Zinskommentar vom 04.06.2010
Erste Gewinnmitnahmen an den Anleihemärkten
von Robert Haselsteiner (Gründer und Vorstand der Interhyp AG)
Nach dem rasanten Zinsrückgang der letzten Wochen ist es in den vergangenen Tagen zu ersten Gewinnmitnahmen der Investoren am Anleihemarkt gekommen. Immer wieder hat der Bund-Future versucht, sich über der Marke von 129 Punkten festzusetzen, aber immer wieder haben ihn Verkäufe unter diese Marke gedrückt. Kein Wunder, befinden wir uns doch in noch nie gesehenen Höhen, die uns nicht nur bei den Zinsen auf deutsche Staatsanleihen, sondern auch beim Baugeld inzwischen neue historische Tiefstände beschert haben.
Da ist eine Orientierungsphase angebracht. Im Kern sehen wir derzeit die Auseinandersetzung zweier Lager am Kapitalmarkt: Die Konjunkturpessimisten, die in den vergangenen Wochen ganz klar den Ton angegeben haben, setzen auf einen Rückfall in eine Rezession und sehen damit Deflation als mögliche Konsequenz an. Für sie sind lang laufende Anleihen mit bester Bonität auch bei den erreichten tiefen Zinsniveaus ein sehr attraktives Investment.
Dagegen stehen die Konjunkturoptimisten, die an eine schrittweise Erholung der Weltwirtschaft glauben und für die Leitzinserhöhungen der Notenbanken vor der Tür stehen. Sie nehmen an, dass die Märkte momentan die Gefahr höherer Inflationsraten kräftig unterschätzen und erwarten sogar einen regelrechten Crash an den Anleihemärkten und damit stark steigenden Zinsen in den nächsten Jahren. Dazu kommt noch, dass beide Seiten sich natürlich Sorgen um die ausufernde Staatsverschuldung und die daraus entstehenden längerfristigen Konsequenzen für die Wertstabilität vieler Währungen machen.
Selbst die Rezessionsanhänger sehen, dass sich bei Wirtschaftsschwäche das Schuldendesaster noch verschärfen und die Bonitäten der schwächeren Länder belasten wird. Höhere Risikoaufschläge für lange Laufzeiten müssten daher die logische Folge sein. Den klarsten Indikator, dass die Lage immer schwerer einzuschätzen ist, gibt der Goldpreis. Gold wird mehr und mehr zu einer Ersatzwährung und klettert munter zu neuen Höchstständen. Gold kann nicht einfach von Notenbanken gedruckt werden und es gibt auch keinen Emittenten, dessen Bonität herabgestuft werden kann. Damit ist es vor allem ein Indikator für die enorme Vertrauenskrise, die augenblicklich die Märkte bestimmt.
Wir empfehlen Baugeldkunden, die aktuell günstigen Zinssätze möglichst lange festzuschreiben und dabei eine Tilgung von 2 - 3% zu wählen, um in einem Zeithorizont von rund 20 Jahren schuldenfrei zu sein. Die aktuellen Konditionen für lange Zinsbindungen sind die niedrigsten, die Deutschland historisch je gesehen hat. Der Zinsmarkt ist auf Deflation gepreist und gerade am langen Laufzeitende ist momentan keinerlei Risikoprämie für eventuelle Inflation in den nächsten Jahren erkennbar. Jeder, der Inflation in den nächsten Jahren fürchtet und auch aus diesem Grund in Immobilien als stabilen Realwert investiert, muss daher zwangsläufig lange Laufzeiten zur Finanzierung wählen.
Für Eigennutzer, die vom Mieter zum Eigentümer werden wollen, bleibt es besonders wichtig, den durch die tiefen Zinsen erreichten finanziellen Spielraum für höhere Tilgungen zu nutzen. 1% Tilgung ist derzeit viel zu wenig und führt zu Gesamtlaufzeiten der Darlehen von über 40 Jahren. Das Ziel sollte lauten, nach rund 20 Jahren schuldenfrei zu sein. Das ist mit einer guten Kombination aus regelmäßiger Tilgung und Sondertilgungsoptionen möglich.
Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
Geschrieben 09:51 am 06. Juni 2010
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